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Leben in Hausgemeinschaften

Bewohnerin mit Vicky, der Hündin

Eine neue Wohnform für Menschen mit Pflegebedarf im Seniorenzentrum Lichtenberg

Menschen mit Pflegebedarf ein Leben in vertrauter Art und Weise zu ermöglichen und soziale Kontakte weiter aufrechtzuerhalten und zu fördern, sind der Leitgedanke des sogenannten Hausgemeinschaftskonzeptes, welches seit August diesen Jahres erstmals im Seniorenzentrum Lichtenberg gelebt wird.

Mit Einführung der Hausgemeinschaften wurden die bis dato im Seniorenzentrum Lichtenberg vorherrschenden typischen zentralen Strukturen einer Pflegeeinrichtung, wie etwa ein großer, zentraler Speisesaal für alle Senioren, aufgehoben. Bis zu zehn Senioren leben jetzt in eigenständigen Hausgemeinschaften mit eigener Küche und eigenem Wohn- und Essbereich zusammen. Gegenüber den alten Strukturen hat sich damit im Besonderen der Tagesablauf der Senioren verändert, denn dieser leitet sich nun aus dem natürlichen Alltag ab. Dazu gehören Mahlzeiten vorbereiten und gemeinsam einnehmen, Tisch eindecken, Abwaschen, Spaziergehen, gemeinsam Fernsehen, Musizieren, Spielen usw. Die Einbindung der Senioren erfolgt stets vor dem Hintergrund der persönlichen Fähigkeiten und Wünsche. Eine feste Begleitperson ist für die Organisation des Haushalts und des Gemeinschaftslebens zuständig.

Im Rahmen des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft wird auf Selbstbestimmung und Selbstgestaltung der Lebensführung besonderer Wert gelegt. Eindrucksvoll zeigt sich dieses im Seniorenzentrum Lichtenberg an einem Beispiel. Vor einiger Zeit ist „Vicky“, eine kleine, weiße Hündin der Rasse „Coton de Tulear“, mit ihrem „Frauchen“ in eine der Hausgemeinschaften eingezogen. „Vicky“ erhält nicht nur ihrer Besitzerin weiterhin die gewohnte Freude und Abwechslung im Alltag, sondern versteht sich vom ersten Tag an auch  als Zuhörer und Animateur ihrer übrigen menschlichen Mitbewohner. Sie leistet beruhigende Gesellschaft und motiviert zum Berühren und Bewegen.

Durch die Einführung der Hausgemeinschaften wurde das bewusste Aufgreifen der Erfahrungen, Fähigkeiten und Interessen der Senioren, wie etwa im Falle von „Vicky“, deutlich erhöht. Das Alltagsgeschehen hat mehr Abwechslung erhalten und sorgt zugleich dafür, dass auf ganz natürliche Weise zwischenmenschliche Kontakte entstehen. Diese Erfahrungen werden ebenfalls durch eine Studie des Bayerischen Ministeriums belegt, die den Hausgemeinschaften eine erhöhte Lebensqualität und einen Rückgang der Pflegebedürftigkeit bescheinigt.

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